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Austausch mit Betroffenen - FE-Netz e.V.

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liebe Leopoldina,

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Fazit

Ich möchte auch ein Fazit ziehen.
Ich hoffe, dass der Gesetzgeber die Eizellenspende endlich legalisiert.
In größten Teilen von Europa ist sie bereits erlaubt (selbst in Österreich). Warum nicht in Deutschland?

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Mehr Liberalität bedeutet nicht zwangsläufig mehr Gerechtigkeit

Die Forderung sich an liberalerer Gesetzesgebung orientieren zu müssen, verbietet ja eigentlich einen kritischen Umgang. Ich finde es sehr wichtig, dass warnende Stimmen nicht mit dem Verweis "aber in Land X und Y ist das alles überhaupt kein Thema!" als irrelevant, und jeder Grundlage entbehrend, deklariert werden. Wir entscheiden für unser Land, und auf welcher Überlegung, welchen Werten wir was ableiten und umsetzen wollen. Andere Länder gewichten anders. Wir übernehmen ja auch auf anderen Gebieten nicht einfach die Gesetze anderer Länder, sondern wägen sorgfältig ab.
Ich gewichte die organische Einheit von biologischer Mutter und Schwangerschaft sehr hoch. Und finde es nicht richtig, dass Kinder dieser Verbindung; wo wir ja erst am Anfang stehen die Vorgänge zwischen mütterlichem Organismus und dem werdenden Leben zu verstehen, entrissen werden.
Auch befürworte ich die damit verbundenen Themenfelder wie Mehrfachbefruchtung mit anschliessender Reduktion, Selektionsdiagnostik; sowie nochmals das Risiko der Eizellenspenderin durch den Eingriff, nicht.

Kommentare

Genau, wir entscheiden für unser Land, aber dennoch können wir Erfahrungen aus anderen Ländern doch in diese Entscheidung mit einbeziehen und daraus folgern, ob diese Praxis in Deutschland dann auch so angewandt werden kann/sollte.
Und entrissen wird das Kind bei einer Eizellspende seiner biologischen Mutter nun wahrlich nicht, es ist eine Zellspende und erst mit Zusammenführung mit dem Samen des Mannes entsteht überhaupt erst ein Leben.
Ich selbst empfinde mich durch die Schwangerschaft auch als biologische Mutter meiner Kinder, wenn uns auch die genetische Verwandtschaft fehlt.
Bei einer Eizellspende kann die Erfahrung von Schwangerschaft und Geburt die fehlende genetische Verbindung kompensieren, (Murray, MacCallum & Golombok, 2006). Dieses Studienergebnis aus dem Jahr 2006 deckt sich mit einer frühen Untersuchung aus dem Jahr 1992 (Raoul-Duval, Letur-Konirsch & Frydman), in der die Frauen berichten, dass die Schwangerschaft bei ihnen das Gefühl vermittelt habe, dass das Kind auch genetisch mit ihnen verwandt sei.
Die von Ihnen genannten Themenfelder wie Mehrfachbefruchtung, Selektionsdiagnostik und Schutz der Eizellspenderin müssen selbstverständlich gesetzlich geregelt werden. Ebenso wie das Recht des Kindes auf Kenntnis der Abstammung.

Danke für die Replik, bezüglich "entrissen", das habe ich nicht genau genug formuliert. Ich meine das mehr auf die Kindsicht bezogen, resp die Mutter-Kind-Einheit in der Schwangerschaft.
Also ganz plump formuliert, das Ei/die Eier wird/werden dem Ursprungsort entrissen.
Dass entstehenden Kindern zugemutet wird (weil sie unter diesen Gegebenheiten geplant werden), sich während ihrem Aufwachsen und/oder im Rahmen ihrer Identitätsfindung mit einer Dritt (oder jenachdem auch Viert)-person, möglicherweise mit Familie, Halbgeschwistern auseinanderzusetzen, finde ich nicht in Ordnung.