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Wie geht Paradigmenwechsel?

Unsere Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Sie ist moderner geworden – was auch immer das bedeutet. Sie hat sich einem Paradigmenwechsel unterzogen (bzw. unterziehen lassen).

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Für den erwachsenen Ehemann mit der Erwerbsarbeit pausieren - für kleine Kinder nicht ?

Kinderfreundlich geht nicht ohne mütterfreundlich / ohne väterfreundlich / ohne elternfreundlich. Kinderfreundlich ist eine Gesellschaft u. a. dann, wenn sie Eltern genügend Zeit läßt, sich um ihre Kinder zu kümmern.

Das ist bei dem gegenwärtigen Quasi-Zwang für junge Eltern, nach 12, 14, 32 oder allerspätestens 36 Monaten wieder voll erwerbstätig zu sein. Beide Eltern wohlgemerkt.

Die Ehefrau unseres Bundespräsidenten „darf“, wie so viele Frauen vor ihr, 5 oder sogar 10 Jahre aus der Erwerbsarbeit aussteigen, um einen erwachsenen Mann, der weder körperlich noch geistig beeinträchtigt ist, zu unterstützen. Dies wird von Politik und Medien nicht als „altbacken“ kritisiert.

Mütter dagegen, die wegen eines dreijährigen Kindes mit der Erwerbsarbeit pausieren wollen, dieses nicht den ganzen Tag in externe Betreuung geben wollen, werden politisch stark unter Druck gesetzt. Welch ein Streß wird da für junge Eltern aufgebaut, vor allem, wenn mehrere kleine Kindern in der Familie leben.

Streß macht krank. Das erzeugt nicht nur Leid, sondern hohe Kosten im Gesundheitssystem. Humaner, sinnvoller – und kinderfreundlicher - wäre es, die familiäre Erziehungsarbeit finanziell besser zu stellen, also hierfür Geld auszugeben.

Das gilt auch für die Rente. Obwohl unser Rentensystem ohne die Leistung der Eltern nicht existieren kann, wird diese Leistung wenig anerkannt. Für ab Neujahr 1992 geborene Kinder werden maximal 3 Jahre angerechnet, für bis Silvester 1991 geborene lediglich 2,5 Jahre.

Fordern die älteren Frauen eine Gleichbehandlung bei der Rente ein, ziehen viele Medien und auch Politiker mit unglaublicher Häme über sie her, seit Jahren schon (Stichwort „Mütterrente“)! - Wieso wird den älteren Müttern nicht die gleiche Anerkennung ihrer Leistung zugestanden wie den jüngeren?

Und warum gibt es dagegen keine Kritik daran, dass in der Hinterbliebenenrente Ehepaare ohne Kinder vergleichsweise fürstlich versorgt werden. (Vielleicht ist das gar nicht allgemein bekannt?) Das ist absurd – und elternfeindlich.

Kindererziehung ist für den Generationenvertrag systemrelevant, "bestandssichernd" lt. Bundesverfassungsgericht – die Ehe ist dies nicht.